Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule

Die Volkshochschulen in Sachsen

Volkshochschulen fordern ganzheitliches Verständnis von Weiterbildung: Lebenslanges Lernen gilt nicht nur für den Beruf


Langjähriger DVV-Direktor als Vorbild der Weiterbildung ausgezeichnet

Bonn. Anlässlich des 8. Deutschen Weiterbildungstags am 24. März werben Volkshochschulen für eine Stärkung der Allgemeinen Weiterbildung. "Die Politik in Bund und Ländern muss stärker als bisher eine Kultur des lebenslangen Lernens fördern", sagt die Direktorin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), Julia von Westerholt. "Weiterbildung muss über den beruflichen Kontext hinaus ganz selbstverständlich zur Lebensgestaltung gehören, damit alle Menschen in der Lage sind, gesellschaftliche Veränderungen zu begreifen und neue Herausforderungen, wie etwa die gegenwärtige Corona-Pandemie besser zu bewältigen."

Die bundesweit rund 900 Volkshochschulen und ihre Verbände kritisieren, dass Weiterbildung zu häufig auf unmittelbare berufliche Verwertbarkeit reduziert werde. "Allgemeine Weiterbildung zielt darauf ab, Menschen in ihrer Handlungs- und Urteilskompetenz zu stärken und ihnen aktive gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Neben berufsspezifischen Fachkenntnissen brauchen wir alle ein Verständnis digitaler Technologien, Aufklärung in Fragen der Nachhaltigkeit, demokratische und interkulturelle Dialogfähigkeit und vieles mehr. Diese Kompetenzen zu erwerben, darf nicht als privater Zeitvertreib gelten, sondern gehört in den bildungspolitischen Fokus", erläutert DVV-Direktorin von Westerholt.

Als Ausdruck der Wertschätzung für ein ganzheitliches lebenslanges Lernen fordern die Volkhochschulen die Beteiligung an der künftigen Ausrichtung der Nationalen Weiterbildungsstrategie. Als größtes Netzwerk der öffentlich verantworteten Weiterbildung müssten Volkshochschulen die Gelegenheit erhalten, die Perspektive der Praxis und die Interessen der Lernenden einzubringen. "Während aller Lebensphasen müssen Menschen immer neue und komplexere Anforderungen bewältigen. Die dafür erforderlichen Kompetenzen vermitteln allgemeine und berufliche Bildung gleichermaßen und in nicht zu trennender Weise", verdeutlicht die DVV-Direktorin.

In der Auftaktveranstaltung am Vorabend des Deutschen Weiterbildungstags werden auch diesmal "Vorbilder der Weiterbildung" geehrt. Ulrich Aengenvoort, fast 20 Jahre Direktor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, erhält den "Sonderpreis Lebenswerk". Aengenvoort, der zum 1. April 2020 in den Ruhestand getreten ist, gehörte 2007 zu den Mitbegründern des Deutschen Weiterbildungstags. In seinem Engagement zur Verbesserung der Rahmenbedingungen des Lebenslangen Lernens und zur Stärkung der Weiterbildung als "vierte Säule des Bildungssystems" kritisierte er wiederholt die Verengung des Weiterbildungsbegriffs auf die berufliche Verwertbarkeit.

Der Deutsche Weiterbildungstag findet seit 2008 alle zwei Jahre statt, nun erstmalig als Online-Veranstaltung und unter dem Motto "Krisen meistern. Know-how sichern. Weiter bilden." Er wird getragen und finanziert von einem breiten Bündnis namhafter Verbände, Institutionen und Unternehmen der Weiterbildungsbranche, darunter auch der DVV.


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