Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule

Die Volkshochschulen in Sachsen

500 Millionen Euro zusätzlich für Deutschkurse benötigt


Volkshochschul-Verband bittet Bund und Länder um Hilfe

Ansturm von Flüchtlingen auf Bildungsangebote der Volkshochschulen


Zehntausende Flüchtlinge brauchen in diesen Tagen die Unterstützung der Volkshochschulen beim Erwerb der deutschen Sprache, bei der Orientierung im gesellschaftlichen Alltag und bei der Förderung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Mit ihren Bildungs- und Integrationsangeboten haben Volkshochschulen in den vergangenen Monaten zahlreichen Menschen eine wertschätzende Aufnahme bereitet. Nun kommen sie an ihre Grenzen. Lange Schlangen bei der Kursanmeldung und monatelange Wartelisten für einzelne Kurse zeugen davon, dass die Volkshochschulen die ständig steigende Nachfrage nach ihren Angeboten nicht mehr bewältigen können.

„Deutschland braucht eine schnelle Weiterbildungsoffensive für bis zu 500.000 erwachsene Flüchtlinge. Denn orts- und zeitnahe Orientierungs- und Bildungsangebote sind ein entscheidender Schlüssel für eine frühzeitige Integration“, fordert der Vorsitzende des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. (DVV), Dr. Ernst Dieter Rossmann. Der Zugang zu Bildung für alle Flüchtlinge erfordert eine große gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden.

Handlungsdruck besteht insbesondere beim Ausbau der sprachlichen Erstförderung und der Integrationskurse, der Bildungsberatung und Berufsvorbereitung. Außerdem werden zur Stärkung des Ehrenamtes und Qualifizierung der freiwilligen Helferinnen und Helfer Mittel benötigt. „Hierfür brauchen wir insbesondere auch eine Finanzierung durch den Bund“, so Rossmann. Die Gesamtkosten für ein zusätzliches Angebot beziffert der DVV-Vorsitzende auf rund 500 Millionen Euro. Ein Großteil der Mittel ist für den Ausbau der Sprach- und Integrationskurse erforderlich. Rossmann: „Unser besonderes Augenmerk muss dabei auch der Verbesserung der sozialen Situation der Lehrkräfte gelten. Denn sie werden gerade zuhauf von Schulen, Hochschulen und der Wirtschaft abgeworben, weil dort attraktivere Löhne und Gehälter gezahlt werden können“. Der DVV hat seine programmatischen Vorschläge in einem Positionspapier „Bildungsoffensive für Flüchtlinge“ zusammengefasst (www.dvv-vhs.de).

Verbessert werden müssen aber auch die infrastrukturellen Voraussetzungen der Volkshochschulen, um die immense Nachfrage bedienen zu können. Nach Schätzungen des DVV fehlen bundesweit mehrere hundert Stellen an Volkshochschulen für eine dringend notwendige Erstberatung und -orientierung der Flüchtlinge. „Nach jahrelanger Stagnation der Zuschüsse für die Volkshochschulen sollten die Länder und Kommunen nun in dieser Notsituation helfen und ihren Beitrag zur Bildungsintegration leisten“, so der DVV-Vorsitzende.

Ansprechpartner

Ulrich Aengenvoort, Direktor Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.
Telefon: 0228 / 97569 – 20
E-Mail: aengenvoort@dvv-vhs.de


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