Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule

Die Volkshochschulen in Sachsen

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Seminar „Die Arbeit im Werkstattrat“ - Foto: VHS im Landkreis Meißen

Inklusion an Volkshochschulen - oder: Demokratie ist ein Zustand, „in dem man ohne Angst verschieden sein kann“ (Theodor W. Adorno)

Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention verstehen wir Inklusion als einen kontinuierlichen Prozess zur gleichberechtigten und selbstbestimmten Teilhabe aller Menschen am gesamten gesellschaftlichen Leben. Inklusion ist Ausdruck gelebter Demokratie im Sinne des Eingangs angeführten Zitats von Th. W. Adorno. Und: Inklusion ist mehr als Integration. Bei Inklusionsprozessen steht die Partizipation und Teilhabe an der Gesellschaft, die Selbstbestimmung im Alltag, im Mittelpunkt. Es wird danach gefragt, wie sich die Strukturen der gesellschaftlichen Realität verändern müssen, um demokratische Individualität zu ermöglichen.

Für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen, mit Lese-, Schreib- und Rechendefiziten oder mit einem Migrationshintergrund bieten die Volkshochschulen Lernumgebungen an, in denen die Rahmenbedingungen den Bedürfnissen angepasst werden. Es ist die Aufgabe der Volkshochschule, gesellschaftliche Diversität und Heterogenität in Lernprozessen zu berücksichtigen und sowohl in der Didaktik als auch in der Infrastruktur der vhs sichtbar werden zu lassen. In ihrer politischen Bildungsarbeit heißt das für Volkshochschulen aber auch, klare Kante gegen menschenfeindliche Diskriminierungen jeglicher Art zu zeigen, regionale Bündnisse zu initiieren und auf politische Entscheidungsprozesse im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention einzuwirken.

Inklusive Bildungsarbeit an Volkshochschulen ist damit auch ein partizipativer Prozess aller Beteiligten: der Teilnehmer*innen, der Pädagog*innen, der Verwaltungsmitarbeiter*innen und der politisch Verantwortlichen in der Trägerhierarchie der vhs.

Inklusive Bildungsarbeit an Volkshochschulen heißt miteinander, füreinander und voneinander lernen. Dazu benötigen wir Lernumgebungen, die wir derzeit jedoch noch nicht flächendeckend und vollumfänglich zur Verfügung haben. Dieses Ziel einer demokratisch-inklusiven Bildungsarbeit ist in Deutschland noch in weiter Ferne. Viele Pädagog*innen und Einrichtungen haben sich jedoch dazu mutig und engagiert auf den Weg gemacht. Dazu gehören auch die Volkshochschulen in Sachsen.

 

Quellenhinweis: Das Zitat des Philosophen Theodor W. Adorno stammt aus seinem Essay-Band Minima Moralia - Reflexionen aus dem beschädigten Leben, der im Exil in den 1930er- und 1940er Jahren entstand und 1951 erstmals in Deutschland veröffentlicht wurde; hier zitiert nach: Gesammelte Schriften, Bd.4, Frankfurt/M.: Suhrkamp 1980, S. 114.

Kontakt

Sächsischer Volkshochschulverband e.V.
Bergstraße 61
D - 09113 Chemnitz
Telefon +49 371 35427 -50
Fax +49 371 35427 -55

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch
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